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Magazin der Schüßler-Plan Gruppe

Ausgabe 25 | 2025 Die Kraft der Infrastruktur

Reportage | Brücken-Kompetenz

Talbrücke Rahmede

Projektdaten


Auftraggeber
Die Autobahn GmbH des Bundes


Standort
Lüdenscheid


Technische Daten
2-teilige Stahlverbundkonstruktion,
Gesamtstützweite zw. den Widerlagerachsen 453 m,
Höhe des Bauwerks bis zu 70 m


Leistungen Schüßler-Plan
Bauoberleitung,
Bauüberwachung,
Fertigungsüberwachung Stahlbau

Die Verformungen im Überbau der rund 450 Meter langen, 70 Meter hohen und 17.000 Tonnen schweren Talbrücke Rahmede waren so schwerwiegend, dass die A45 im Dezember 2021 unmittelbar gesperrt werden musste. Wenige Wochen später stand endgültig fest, dass nur ein Neubau die wichtigste Nord-Süd-Achse des Landes wiederherstellen kann. Mit der erfolgreichen Sprengung der Brücke am 7. Mai 2023 um Punkt 12 Uhr war nun Platz für den Neubau da, der im Juli 2023 begann. 

„Die Talbrücke Rahmede an der A45 gehört zu den anspruchsvollsten Bauwerken Deutschlands – Ingenieurbaukunst auf engstem Raum, mitten im fast alpinen Gelände. Dass wir trotz enger Zeitschiene bemerkenswert gut im Zeitplan liegen, ist das Ergebnis präziser Planung, verlässlicher Bauüberwachung und einer starken Zusammenarbeit aller Projektteams“, sagt Elfriede Sauerwein-Braksiek, Direktorin Niederlassung Westfalen, Autobahn GmbH. In den vergangenen Monaten hat sich viel getan. Acht schlanke Stahlbetonpfeiler wuchsen mithilfe von Kletterschalungen in die Höhe. Anders als ihre Vorgängerin aus den 1960er-Jahren entsteht die neue Brücke nun als ein Doppelbauwerk in moderner Stahlverbundbauweise.

Schüßler-Plan ist im Projekt technisch federführend in einer Ingenieurgemeinschaft, mit den Partnern SSF und Eberhardt Ingenieure, mit der Fertigungsüberwachung des Stahlbaus sowie der Bauoberleitung und Bauüberwachung beauftragt. Gemeinsam sorgen sie dafür, dass Zeit, Sicherheit und Präzision Hand in Hand gehen.

Als leitender Bauüberwacher an der Talbrücke Rahmede zu arbeiten bedeutet, Verantwortung zu tragen und komplexe Abläufe präzise zu steuern. Besonders eindrucksvoll ist der Moment, wenn sich die Überbauten millimetergenau annähern – ein sichtbarer Beweis für sorgfältige Planung, genaue Überwachung und die enge Zusammenarbeit aller Beteiligten.

Sebastién Darul
Baumanagement, Schüßler-Plan

Ein beeindruckender Moment ingenieurtechnischer Präzision

Im Februar 2025 erfolgte die „Stahlhochzeit“. Zentimeter für Zentimeter schoben sich die tonnenschweren Stahlhohlkästen von zwei Taktkellern aus über die Pfeiler hinweg, bis sich die beiden Überbauten schließlich millimetergenau in der Mitte vereinten. Die Verkehrs- und Entwässerungssysteme sind bereits erneuert und mit dem Abschluss der Betonfahrbahnplatte rückt die Fertigstellung in greifbare Nähe. Der erste Überbau soll 2026 für den Verkehr freigegeben werden. 


Text / Mariam Koch
Fotos / Autobahn Westfalen