Magazin der Schüßler-Plan Gruppe
Ausgabe 25 | 2025 Die Kraft der Infrastruktur
Berlin verlängert die U-Bahn: Die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) haben sich mit dem Masterplan „Expressmetropole Berlin“ vorgenommen, das Liniennetz der Berliner U-Bahnen von derzeit 147 auf 318 Kilometer zu erweitern und damit den ÖPNV maßgeblich zu stärken. Der Lückenschluss durch die Verlängerung der U3 im Südwesten Berlins vom bisherigen Endbahnhof Krumme Lanke bis zum S-Bahnhof Mexikoplatz ist eines der ersten Projekte der „Vision für Generationen“. Die Strecke wird als zweigleisiger Tunnel mit einer Gesamtlänge von etwa 850 Metern realisiert.
Eine ökologische Wirkungsanalyse erstreckt sich auf den gesamten Lebenszyklus der Baumaßnahme mit dem Ziel, Umwelteinwirkungen in Planung, Bau, Betrieb und Entsorgung zu minimieren. Das zugrunde liegende Berechnungsmodell bewertet Umwelteinwirkungen systematisch und integriert diese unmittelbar in den Planungs- und Errichtungsprozess. Die praktische Umsetzung und Validierung erfolgt im Reallabor „Neubau U3“. Gewonnene Erkenntnisse sollen auch für künftige Bauvorhaben im U-Bahn-Bereich nutzbar werden. Neben der Schaffung eines attraktiven Umstiegs zwischen U- und S-Bahn ist die Gestaltung des Neubaus im denkmalgeschützten Ensemble Mexikoplatz eine große Herausforderung. Gleichzeitig ergibt sich nach Abschluss der Baumaßnahme die Gelegenheit des standort- und klimaresilienten Neuaufbaus des Alleecharakters der Argentinischen und Lindenthaler Allee.

Abseits des Sichtfelds
Schüßler-Plan hat neben der Verlängerung der U3 bereits mehrere Projekte der BVG erfolgreich realisiert, beispielsweise den Lückenschluss der U5, den Neubau des Ausbildungszentrums und aktuell den „U5/U8 Waisentunnel“. Zum Streckennetz der Berliner U-Bahn gehören neben den Hauptstrecken auch zahlreiche Verbindungstunnel, Kehr- und Abstellanlagen. Diese befinden sich größtenteils abseits des Sichtfelds, sind jedoch für den reibungslosen Betrieb unerlässlich.
Der im Jahr 1917 unterhalb der Spree errichtete Abschnitt des Waisentunnels wurde 2017 aufgrund erheblicher Standsicherheitsprobleme gesperrt und notgesichert. Seitdem ist die U5 in diesem Bereich vom übrigen Netz der BVG getrennt. Zugüberführungen in andere Netzabschnitte können daher nur noch mittels LKW-Transporten auf der Straße erfolgen – ein ressourcenaufwändiger und kostspieliger Prozess.
Auferlebung alter Verbindungen
Zur Wiederherstellung der Verbindung erhält der 300 Meter lange Abschnitt unterhalb der Spree einen Ersatzneubau. Die übrigen 570 Meter des Tunnels werden saniert. Durch die Reaktivierung der Verbindung zwischen U5 und U8 erhöht sich die Netzstabilität und sie ermöglicht eine effizientere Auslastung der Werkstattkapazitäten entlang beider Linien – ein klarer Zugewinn im Sinne nachhaltiger Infrastrukturentwicklung.
Building Information Modeling (BIM) kommt in diesem Projekt nicht nur in der Planungsphase zum Einsatz, sondern auch während der Ausführung. Dies stellt einen bedeutenden Schritt in Richtung einer vollständig digitalen Projektabwicklung dar. Neben Fehlervermeidung und effizienteren Prozessen ermöglicht BIM eine fundierte Bewertung nachhaltigkeitsrelevanter Aspekte wie die Schonung von Ressourcen, verkürzte Bauzeiten und reduzierte Lebenszykluskosten.