Magazin der Schüßler-Plan Gruppe
Ausgabe 25 | 2025 Die Kraft der Infrastruktur
Die Radschnellverbindung (RSV) Markranstädt – Leipzig ist ein Symbol für die Transformation unserer Städte hin zu einer umweltfreundlichen Mobilität und lebenswerteren urbanen Räumen. Mit einer Länge von zwölf Kilometern und einer potenziell möglichen Nutzung von täglich über 15.000 Radfahrenden wird sie nicht nur die Verkehrsqualität steigern, sondern auch den CO₂-Ausstoß reduzieren und die Lebensqualität in der Region verbessern.
„Die RSV ist ein wichtiger Baustein, um den Radverkehr als ressourcenschonendes und emissionsfreies Verkehrsmittel zu stärken“, erklärt Helge Kramer, Abteilungsleiter Umweltplanung bei Schüßler-Plan. „Besonders in Städten wie Leipzig ist es entscheidend, den Anteil des Radverkehrs durch die Etablierung einer hochwertigen Infrastruktur weiter zu steigern.“
Projektdaten
Auftraggeber
Freistaat Sachsen
Landesamt für Straßenbau und Verkehr - Zentrale
Untersuchtes Streckennetz
150 km Ausgangs-/Basisnetz
56 km Untersuchungsrouten
3 Varianten mit je ca. 12 km Länge
Länge RSV
12,3 km
Leistungen Schüßler-Plan
Objektplanung Verkehrsanlagen, Umweltplanung
Netz ohne Grenzen
Die Planung einer Radschnellverbindung ist insbesondere in urbanen Räumen, eine komplexe Angelegenheit. Zu Beginn des Projekts gab es keinen konkreten Routenverlauf. Stattdessen wurden Routenideen mit Hilfe eines umfänglichen Netzmodells verifiziert und abgeschichtet. Ziel war es, Maßnahmenpakete zu entwickeln, mit denen sich mögliche Routenverläufe auf den Qualitätsstandard einer RSV anheben lassen: breite Wege, geringe Steigungen, getrennte Führung von Fußgänger*innen und Radfahrer*innen sowie eine durchgängige Beleuchtung.
Die für diesen Prozess verwendeten Geoinformationssysteme stellten sich als effizientes Werkzeug für die komplexe Planungsaufgabe heraus. Im umfangreichen Abschichtungsprozess potenzieller Routenverläufe spielten nicht nur technische Kriterien wie die Trassierung oder die Verkehrsqualität eine Rolle, sondern auch Aspekte der Raumordnung, Umweltverträglichkeit und Wirtschaftlichkeit. „Wir haben von Beginn an darauf geachtet, dass die Trassenführung möglichst wenig in sensible Ökosysteme und Schutzgebietskategorien eingreift, Verluste von Straßenbäumen weitestgehend vermeidet und zudem die Neuversiegelung auf das planerisch notwendige Minimum beschränkt wird“, so Kramer weiter.
Lokale Teilhabe
Bereits seit der Anfangsphase wurde das Projekt von einem intensiven Kommunikations- und Beteiligungsprozess begleitet. In enger Abstimmung mit der Stadt Leipzig, dem Landesamt für Straßenbau und Verkehr sowie den örtlichen Akteuren wurden verschiedene Varianten diskutiert und optimiert. Diese transparente Herangehensweise erhöhte die Akzeptanz und brachte zudem wertvolle lokale Expertise in das Projekt ein.
„Die Vorstudie schafft die Grundlage für Forderung, Planung und Beteiligung – und weist damit den Weg für die Umsetzung der Radschnellverbindung. Sie ermöglicht uns, das Projekt in klaren Abschnitten vorzubereiten und transparent mit der Öffentlichkeit zu diskutieren“, so Frank Rottscholl vom Landesamt für Straßenbau und Verkehr, Freistaat Sachsen. Die RSV Markranstädt – Leipzig zeigt, wie durchdachte Planung und interdisziplinäre Zusammenarbeit die Mobilitätswende vorantreiben können. Sie ist ein Vorbild für andere Städte und Regionen, die ähnliche Projekte umsetzen möchten und damit nachhaltige und zukunftsfähige Mobilitätsangebote schaffen wollen.