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Magazin der Schüßler-Plan Gruppe

Ausgabe 26 | 2026 Bauen mit Bestand

Vorwort

Wenn Bauwerke Geschichten erzählen – und wir sie fortschreiben

Die Entwicklung der der optimalen Lösung ist bei unseren Bauvorhaben seit jeher Anspruch und Ziel zugleich. Dementsprechend stehen wir zu Beginn eines jeden Projektes vor einer Vielzahl an grundlegenden Fragen, die weit über technische Aspekte hinausgehen.

Die vielleicht anspruchsvollste Frage lautet, welche Erwartungen Menschen in 20, 50 oder sogar 100 Jahren an Bauwerke stellen werden. Werden hohe Decken und große Fenster weiterhin geschätzt? Oder rücken Ressourcenschonung und Energieeffizienz so stark in den Vordergrund, dass wir Fenster- und Raumflächen schon heute neu denken müssen? Und bleibt das Bedürfnis nach schneller Mobilität über große Distanzen bestehen – oder gewinnt das eigene Viertel zunehmend an Bedeutung?

Kurzum: Mit jedem Bauvorhaben gilt es, einen nachhaltigen gesellschaftlichen Mehrwert zu schaffen. Dieser Anspruch ist nicht neu und die Baugeschichte zeigt zahlreiche
Interpretationen davon. Rückblickend konnte dieser nachhaltige Mehrwert jedoch nicht immer dauerhaft gesichert werden: Wandelnde Lebensstile, neue Technologien und steigende Ansprüche führten zu Leerständen in Büros, Wohnungsmangel in Städten, Überangebot auf dem Land und unzureichend dimensionierter Infrastruktur. Zugleich erzählt jedes Bauwerk seine eigene Geschichte. Oft ist diese Geschichte es wert, weitergeschrieben zu werden – selbst dann, wenn die Nachnutzung schwierig erscheint oder der technische Gebäudezustand herausfordernd ist.

Wir geben Ihnen in dieser Ausgabe unseres plan-Magazins einen Einblick in die Vielfalt des Bauens – nicht nur im Bestand, sondern vor allem mit Bestand. Erfahren Sie, wie ein angrenzender Neubau nach langem Leerstand neuen Nutzen stiftet, begleiten Sie uns auf eine Zeitreise in die barocke Baukunst und entdecken Sie, welche Auswirkungen zehn Meter zusätzliche Stadtbahnlänge haben können. Ebenso zeigen wir, warum qualifizierte Fachkräfte, vorausschauende Digitalisierung und das Lernen aus vergangenen Fehlern entscheidend sind und geben zudem eine Vorschau auf die Reaktivierung alter Bahnstrecken. Denn Mobilität gilt als Wirtschaftsmotor und Infrastruktur als Zeichen der Vernetzung und Freiheit.

Wenn Bauwerke und Infrastrukturen an ihre Kapazitätsgrenzen stoßen, braucht es insbesondere in dicht besiedelten Städten mitunter kreative und flexible Lösungen – in der Tragstruktur, während der Bauphase, in der Nutzung und im Denken. Vielfältig sind auch die Herausforderungen, wenn ein Bauwerk während eines Umbaus oder einer Erweiterung weitergenutzt wird. Bei aller Komplexität geht es am Ende immer um dasselbe: um das Wohlbefinden der Menschen.

Freuen Sie sich auf ein Heft, das zeigt, welche Werte schon heute für Sie und zukünftige Generationen geschaffen werden. Damit wir uns daran erinnern, die Geschichte unserer Städte und Infrastrukturen – sowie unsere eigene – Tag für Tag weiterzuschreiben.

Viel Freude beim Lesen wünscht Ihnen

Ihre Christina Zimmermann
Geschäftsführende Gesellschafterin Schüßler-Plan

Portrait / Schüßler-Plan