22

Magazin der Schüßler-Plan Gruppe

Ausgabe 22 | 2024 Alles klar!

Artikel l Risikomanagement

Mehr als ein Plan B

Regelmäßig bei Bauprojekten gefordert und in der AHO fester Bestandteil der Grundleistungen: das Mitwirken der Projektsteuerung beim Risikomanagement.

Risikomanagement ist Chancenmanagement. Es bietet ein hilfreiches Werkzeug für Bauherr*innen, um frühzeitig Risiken zu erkennen, deren Auswirkungen zu minimieren und unerwartete Kosten oder zeitliche Verzüge zu vermeiden. Zudem kann es im Ergebnis zu einer höheren Qualität und Zufriedenheit bei der Abwicklung führen. Risikomanagement wird daher als planvoller Umgang mit Unsicherheiten beschrieben, die sich nicht nur negativ, sondern auch positiv auswirken können.

Die im „Risikomanagement-Leitfaden“ (DIN ISO 31000) aufgeführten internationalen Standards legen den Rahmen sowie allgemeine Prinzipien für die Identifikation, Bewertung, Behandlung und Überwachung von Risiken in Organisationen fest. Speziell bei Projektmanagementleistungen wird das Mitwirken beim Risikomanagement in allen Projektphasen als Mindeststandard und wesentliche Aufgabe des Projektsteuerers gefordert. Schüßler-Plan hat eigens eine DIN-konforme Vorgehensweise für Bauprojekte entwickelt, sodass bei Beginn der Implementierung eines Risikomanagements auf eine Vielzahl typischer Risikoszenarien aus allen Projektphasen zurückgegriffen werden kann. Diese werden gemeinsam mit den Bauherr*innen bewertet und um projektspezifische Risiken ergänzt. Hierbei werden Einschätzungen und Erfahrungswerte von Expert*innen aus verschiedenen relevanten Bereichen einbezogen, in einem iterativen Prozess diskutiert und zu einer gemeinschaftlichen Bewertung zusammengeführt. Erkenntnisse und Ergebnisse des Risikomanagements werden regelmäßig für das interne Berichtswesen mit den Bauherr*innen herangezogen, um den Projektstatus darzustellen. Dabei ist die regelmäßige Einbindung aller Planungsbeteiligten ausschlaggebend für die Effizienz.

Richtig bewerten – Gegenmaßnahmen entwickeln

Wesentliche Grundlage für die Bewertung von Risiken ist eine Risikomatrix zur Einordnung in Schadensstufen, die zu Beginn mit den Bauherr*innen festgelegt wird und die spezifische Gegebenheiten des jeweiligen Projektes widerspiegelt. Aus der Analyse und Bewertung der Einzelrisiken werden Strategien zum Umgang mit dem Risiko entwickelt – die Gegenmaßnahmen. Diese zielen auf eine Vermeidung, Verminderung oder Übertragung auf andere Parteien oder die Akzeptanz des Risikos ab und formulieren entsprechende Handlungsschritte zur Bewältigung und Umsetzung durch die Projektverantwortlichen. Bei der Durchführung der Gegenmaßnahmen erfolgt fortwährend eine Kontrolle, inwieweit die Maßnahme greift und die Bewertung dahingehend angepasst werden kann, welches Restrisiko verbleibt oder ob das Risiko gar geschlossen werden kann.

Ganz im Sinne des Schüßler-Plan Prinzips geben Schüßler-Planer*innen ihr Wissen weiter:

Franziska Große übernimmt ab dem Sommersemester 2024 im Rahmen des Masterstudiengangs „Real Estate“ an der Hochschule RheinMain eine Lehrtätigkeit. Begleiten wird sie das Mastermodul „Risiko- und Qualitätsmanagement für Immobilien“ mit dem Ziel, den Studierenden neben den theoretischen Ansätzen für die Qualitätsstandards und QM-Prozesse auch die Herausforderungen bei der Anwendung ausgewählter Methoden zur Identifikation, Kategorisierung, Analyse und Bewertung von Chancen und Risiken in einem Projekt zu vermitteln. Besonders die Ableitung passender Bewältigungsmaßnahmen sowie die Durchsetzung dieser in Zusammenarbeit mit den Bauherr*innen und den Planungsbeteiligten soll mit den Studierenden praxisnah simuliert werden.

Text / Franziska Große
Foto / Schüßler-Plan